Freitag, 1. September 2017

Wenn ich ein Handy wär ...

Liebe Leserin, lieber Leserin

"Nein, ich darf jetzt nicht online gehen, sonst erwarten alle, dass ich ihnen antworte!" Solche Argumente höre ich regelmässig von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Was für ein Stress aber auch! Wie autonom dürfen wir noch sein in der heutigen Zeit? Welche "Antwortkadenz" auf eine Meldung ist sinnvoll? Warum sind bereits Jugendliche völlig im Stress und lassen sich von ihren Smartphones versklaven? Wo bitte ist ihre Rebellionskraft, die doch in der Pubertät ihre Berechtigung hat, um die eigene Persönlichkeit zu formen? Warum gibt es so wenige Gegentrends unter Jugendlichen, im Umgang mit all der Technik? Ich meine damit nicht Boykott, sondern Gelassenheit, Selbstverständlichkeit und Selbstsicherheit im Umgang mit all den Erwartungen.

Gleichzeitig frage ich mich: "Was, wenn die körperliche und emotionale Gesundheit auch eine Onlinefunktion hätte? Wenn also jedermann und -frau sehen könnte, wann ich das letzte Mal in Bezug stand mit meinem Körper und meinen Emotionen. Würde uns das gegenseitig auch so anstecken? Und würden wir dann auch reagieren, wenn wir sähen, dass jemand 2 Tage nicht mehr online war?

"Hey, ich sehe grad, du warst 2 Tage offline. Sind dir deine emotionale und körperliche Gesundheit nicht wichtig? Warum schottest du dich ab von dir?"

Nun, Personen, welche in einem positiven Bezug zum Körper und zu den Emotionen stehen, spüren, ob sie ihrer Gesundheit genügend Aufmerksamkeit geben oder nicht und brauchen so eine Funktion nicht. Gehören Sie zu dieser Sorte Mensch? Und gehen Sie darauf ein, wenn Ihnen der Körper oder die Emotionen Signale schicken?

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende mit möglichst viel Offlinezeit zu externen Geräten, um die innere Onlinezeit mit sich selbst zu geniessen, denn diese Offlinezeit bringt uns echte Gelassenheit, Ruhe, Freude und Frieden mit uns selbst. Und wer mit sich selbst im Frieden lebt, ist dem Umfeld gegenüber viel versöhnlicher eingestellt.

Herzlichst

Franziska Bischof


Dienstag, 16. Mai 2017

Neues Bühnenstück zum Thema Konflikte

Liebe Leserin, lieber Leser

Am 9.6.2017 findet die Premiere von unserem neuen Bühnenstück zum Thema Konflikte am Arbeitsplatz und zu Hause statt. Ort: Theater Burgbachkeller um 20 h.

Wir sind fleissig am Proben und Üben, verwerfen und intensivieren. Es ist spannend, doch bitte entschuldigt - genau in diesem Prozess gibt es keinen Einblick - kein Foto - nichts ...
... nur den Link, der Euch mit mehr Infos versorgt und der Euch zur Anmeldung führt:
http://power-care.ch/buehnenstueck-konflikt.html

Ich freue mich sehr! Und wer an dem Datum nicht kann: Es gibt eine Wiederholung in Zürich im Theater Stok am 12.6.um 19.30 h

Herzlichst, Franziska Bischof

Dienstag, 2. Mai 2017

11.5.2017: Öffentliche Aufführung vom Bühnenstück zum Thema "Stress und Überlastung"

Liebe Leserin, lieber Leser

Wir alle haben beruflich und privat immer wieder mit schwierigen Situationen zu tun - sei das direkt oder indirekt. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen.
 
Im Bühnenstück "Und was denken wohl die anderen?" zum Thema Stress und Überlastung wird aufgezeigt wie sich konstruktives bzw. destruktives Verhalten von Personen auswirkt.

Bald ist es wiedereinmal soweit und das Bühnenstück "Und was denken wohl die anderen?" zum Thema Stress und Überlastung wird wiedereinmal öffentlich aufgeführt. Nach insgesamt über 20 erfolgreichen Vorführungen freuen wir uns riesig über dieses Heimspiel am 11. Mai 2017 in Zug.

Weitere Infos und Anmeldung via www.power-care.ch

Mit herzlichen Grüssen

Franziska Bischof

Mittwoch, 5. April 2017

News in eigener Sache



Liebe Leserin, lieber Leser

Seit 16 Jahren hat sich die Powermanagement GmbH behauptet und permanent weiterentwickelt und trotzdem ist sie ihren Grundsätzen immer treu geblieben: Die Leitlinien hinter den Werten „innovativ, kompetent und ressourcenorientiert“ auch selbst zu leben. Dazu gehörte u.a. auch, viele Projekte im Sozialen mit zu gestalten, Bücher zu lancieren etc.
 
Inzwischen hat jeder Bereich einen so grossen Umfang angenommen, dass wir uns einer Restrukturierung unterzogen und alle Projekte und Themenbereiche, die nie und nimmer gewinnorientiert sein dürfen und werden, auslagerten. Der Hauptgrund hierfür ist, dass die Powermanagement GmbH das Ausmass dieser Projekte längerfristig nicht mehr alleine tragen kann. 

Wir haben deshalb einen Verein gegründet und ihn im Handelsregister eintragen lassen. Der Verein PowerCare und die Powermanagement GmbH werden selbstverständlich Hand in Hand zusammenarbeiten können, doch gibt es gegen aussen und für uns eine Trennschärfe, was wohin gehört und welche Ziele verfolgt. Im Verein hat Felix Jäggi die Geschäftsleitung inne und die Powermanagement GmbH wird weiter von Franziska Bischof geführt. 

Die Powermanagement GmbH wird durch die Auslagerung all der neuen Projekte entlastet und kann sich voll auf die etablierten Kernthemen und Projekten fokussieren, was Ihnen zu Gute kommt.
Der Verein PowerCare wird neue Bühnenstücke entwickeln und lancieren, wird neue Bücher herausbringen und als eines der Hauptprojekte im 2017 wird ab September ein Berufsintegrationsprojekt für ADHS-Jugendliche lanciert. Eine erste Kooperationszusage vom Kanton Zug liegt bereits schriftlich vor. Weitere Infos zum Verein PowerCare finden Sie auf der Webseite www.power-care.ch

In diesem Zusammenhang hat auch die Powermanagement GmbH einen neuen Webauftritt erhalten: www.powermanagement.ch

Wir freuen uns, diesen Schritt gegangen zu sein und auf die nächste Begegnung mit Ihnen – egal ob durch die Türe der Powermanagement GmbH oder der PowerCare.

Mit herzlichen Grüssen

Franziska Bischof                                                         Felix Jäggi
Geschäftsführerin Powermanagement GmbH                                       Geschäftsführer Verein PowerCare
 

Mittwoch, 15. März 2017

Gelassenheit wirkt Wunder!

Liebe Leserin, lieber Leser


Gestern entdeckte ich voller Schreck, dass meine 4 aus den Ferien geschmuggelten Pflänzchen, die ich mit viel Hingabe und Freude nun ein halbes Jahr pflegte und mich an ihrer Entwicklung freute, LÄUSE eingefangen haben! Viele kleine, schwarze, miese Läuse!

Mir stand ein beruflicher Termin bevor, und deshalb konnte ich weder eine zeitaufwändige Läuseprozedur vornehmen, noch war ich mir sicher, ob vom letzten Sommer her überhaupt noch entsprechende Mittel vorhanden waren, noch wusste ich, ob meine Zimmerpflanzen dieselbe Mittel vertragen. Also entschied ich mich, die Läuse kurz unter fliessendem Wasser so gut es ging mit den Händen abzuwaschen und die Pflänzchen nach draussen an die Sonne zu stellen.

Ich dachte mir: In der Psychologie ist Standortwechsel oft hilfreich. Und was sich bewährt, sollte man auch auf andere Situationen adaptieren und ausprobieren können.

Als ich ins Büro kam, entdeckte ich, dass das 4. Pflänzchen, das zwar luftlinienmässig ca. 300 Meter von den anderen weg von denselben Tierchen befallen ist. Ich verfuhr mit der gleichen Methode und stellte die Pflanze auf den Fenstersims.
Heute als ich sie in einer Arbeitspause wieder ins Büro holen wollte, endteckte ich ein Glückskäferchen (Marienkäfer), das genüsslich auf dem Pflänzchen rumkrabbelte und sich den Läusen annahm. Wie musste ich für mich schmunzeln.

Ich lerne: Meine Intervention der Adaption mit dem Standortwechsel und der rudimentären Erstversorgung durchs Abwaschen haben dazu beigetragen, dass die WIRKLICHE LÖSUNG überhaupt erst greifen konnte: Die richtige Fachkraft kam hinzu und und griff ein.

Hätte ich in meiner grossen ersten Enttäuschung gestern beim Entdecken der Biestchen einen Aktionismus losgetreten, wäre die Gärtnerkiste wohl jetzt ausgeräumt, infolge anstehendem Termin aber nicht wieder eingeräumt. Hätte ich Mittel gefunden, hätte ich ein schlechtes Gewissen, ob es auch das richtige sei. Wobei hätte ich keines gefunden, wäre meine Enttäuschung weiter gewachsen und meine Hilflosigkeit damit. Ich wäre in beiden Situationen mit unguten Gefühlen und vermutlich gehetzt, weil in Zeitknappheit, zu meinem Termin gekommen. Wie auch immer die Sache ausgegangen wäre, ich hätte keine Lernentwicklung durchgemacht.

So aber werde ich darin bestärkt, dass jede Intervention klar überlegt und mit grosser Verantwortung und Achtsamkeit gesetzt sein muss - und zwar nur dann, wenn man sich ihrer auch sicher ist - egal ob in der Psychologie oder in der Natur. Und wer es dabei schafft, die Gelassenheit zu bewahren, hat schon halb gewonnen!

Auf unsere alle Gelassenheit und Erfolge!

Herzlichst, Franziska Bischof



Montag, 6. März 2017

"Ich bin auch ein Blindenhund!"

Liebe Leserin, lieber Leser

Kinder lernen sehr viel von uns Erwachsenen. Das Gleiche gilt auch umgekehrt. Das wissen wir zwar längst, doch ist es immer wieder verblüffend, WAS wir lernen. Kinder bringen Kompliziertes so oft sehr einfach auf den Punkt. So lernte ich heute Folgendes als ich mit unserem 6jährigen Sohn unterwegs war.

Wir fuhren mit der Stadtbahn von Zug 2 Stationen bis zu unserem Zuhause. In der 1. Station stieg ein Mann mit einem Blindenhund ein. Unser Sohn hat noch nie bewusst einen Blindenhund gesehen und beobachtete ihn lange und ich spürte, wie ihn eine Frage brannte. Beim nächsten Halt - zum Glück konnten wir aussteigen - fragte er mich:
"Mama, was ist das für ein Hund? Der hat eine ganz andere Leine."
Ich: "Das ist ein Blindenhund. Der Mann ist blind oder sehr stark sehbehindert und der Hund hilft ihm, den Weg zu finden, den er selbst nicht sehen kann." Dann erklärte ich ihm, wie ein Blindenhund ausgebildet wird und dass nach dieser sehr schwierigen Ausbildung es sein Job sei, Blindenhund zu sein. Danach war ein paar Sekunden konzentrierte Ruhe und dann die Anmerkung: "Mama, du hast ja auch einen Job und Papa hat auch einen Job. Ihr beide arbeitet im Büro in Eurer eigenen Firma. Aber was ist denn eigentlich eine Firma?" Ich: "Es gibt ganz viele verschiedene Firmen und alle verkaufen etwas. Z.B. Coop oder Migros sind auch Firmen und die verkaufen Milch. Und unsere Firma verkauft anderen Firmen Lösungen, wie man mit schwierigen Situationen umgeht." Daraufhin kicherte es neben mir: "Das ist echt lustig, Mama! Dann bist du und Papa also auch ein Blindenhund, weil ihr auch anderen helft." So hatte ich mir das noch nie überlegt. Der Kreis war also wieder geschlossen. Unser Sohn weiss jetzt, was mein Job ist. Und ich - ganz ehrlich - fühlte mich schon ein bisschen gerührt, mit einem Blindenhund verglichen zu werden. Als so wichtig habe ich meine Arbeit bis jetzt nie betrachtet. Morgen gehe ich bestimmt noch motivierter und aufrechter zur Arbeit.


Ich lade Sie ein: Machen Sie den Selbsttest und erklären Sie mal etwas ganz Kompliziertes einem Kind oder einer betagten Person. Ob Ihnen das gelingt werden Sie anhand der Reaktion sofort spüren. Wenn sich nämlich das Gegenüber ernst und verstanden fühlt, strahlt das auch wieder auf Sie ab. Ihr beide werdet ab dem Gespräch wachsen und euch gut fühlen. Wer Schwieriges auch einfach erklären kann, ist ein Alltagsheld - immer wieder!

Werden auch Sie ein Blindenhund und erzählen Sie mir bei unserer nächsten Begegnung, wie das vor sich ging! Ich freue mich darauf!

Herzlichst, Ihre Franziska Bischof


Freitag, 13. Januar 2017

Selbstbetrug

Liebe Leserin, lieber Leser

Kennst du den:
"Ein Mann betritt eine Bar und bestellt drei Bier. Die Bedienung fragt, ob er noch weitere Gäste erwarte. Der Mann verneint und antwortet: "Ein Bier ist für mich, ein Bier für meinen Bruder in Frankreich und ein Bier für meinen Bruder in Amerika." So läuft das dann die kommenden Wochen regelmässig. Eines Abends bestellt er nur zwei Bier. Besorgt fragt die Bedienung, ob etwas mit einem seiner Brüder passiert sei. Der Mann schüttelt den Kopf und sagt: "Nein, es geht ihnen gut! Aber ich habe aufgehört zu trinken!"

Nun, das war zwar ein Witz, doch Witzen schreibt man zu, immer eine Spur Wahrheit mit sich zu tragen. Und so ist es doch genau auch im Alltag: Wir geben dem Wetter Schuld, dass das Fahrrad im Keller bleibt. Wir gönnen uns noch einen weiteren Schöpfgang beim Abendessen - nicht weil wir so Hunger haben, sondern weil wir wenig zum Mittag gegessen haben. Wir lachen über einen schlechten Witz, weil wir jemanden nicht verletzen wollen und wir konfrontieren in einer Sitzung nicht, weil die Zeit eh schon fortgeschritten ist. Wir trauen uns etwas nicht zu, weil die anderen doch eh besser sind.

Doch kennen Sie die innere Freude und den Stolz, wenn das Fahrrad Sie trotz Sauwetter begleitet hat? Wenn Sie sich nach einem perfekt portionierten Essen richtig wohl und energiegeladen fühlen? Wenn Sie nach einem schlechten Witz eben trotzdem lachen müssen - zwar nicht über den Witz, sondern über den Gesichtsausdruck des Gegenübers, wenn Sie erörtern, der Witz verdiene die Bezeichnung Witz nicht. Oder Ihre Selbstachtung, wenn Sie an einer Sitzung ehrlich und respektvoll ansprechen, was angesprochen werden muss.



Es gäbe noch tausend Beispiele. Zusammengefasst heisst es, dass ich mich entscheiden muss - x-Mal pro Tag, ob ich mich selbst betrügen will - und mein Umfeld meist damit - oder ob ich authentisch sein will. Authentizität vereinfacht das Leben ungemein, denn ich muss nur eine Rolle spielen - meine!

Ich wünsche Ihnen ein wunderschönes Wochenende mit hoffentlich viel Schnee!

Herzlichst,

Franziska Bischof